Papstschreiben: Mittlere Zufriedenheit
Oder eher: «mittlere Unzufriedenheit». Es kommt auf den Standpunkt an. Wer radikale Reformen erwartet hat, ist enttäuscht. Aber es gibt durchaus Aspekte, die ich Reformer würdigen können: das Prinzip, nicht im Prinzipiellen zu bleiben, sondern jeden Fall – mit Barmherzigkeit! Anzuschauen.
Vor allem der Ansatz ist erfreulich: Das Schreiben «geht von der komplexen Wirklichkeit aus» (Felix Gmür. Aber gerade dies ist für die Konservativen ein Stein des Anstosses: Martin Grichting: «Das pastorale Bemühen um einen differenzierten Blick auf unterschiedliche Situationen ist nicht ungefährlich.» Also nach wie vor dogmatisches Denken. Davon setzt sich Papst Franziskus eben ab, auch wenn er kein Dogma ändert (ändern kann).
Wer mittelmässig unzufrieden ist, überlege, wie das Dokument aus der Feder von Johannes Paul II. oder Benedikt XVI. ausgesehen hätte! Dazu die NZZ: «Der Ton ist mitfühlender und toleranter, als man es von seinen Vorgängern gewohnt war.»
So weit ein paar wenige Bemerkungen. Ich bleibe dran…
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