Walter Ludin

Ökumene: hoffnungsvolle Worte

«Der Papst darf sich nicht als absoluten Herrscher verstehen, sondern muss sein Amt als «letztverbindlichen Dienst am Glauben» und «Dienst an der Einheit der Kirche» verstehen.»
Wetten dass niemand darauf kommt, wer dies gesagt hat. Es ist der Ökumene-Minister des Papstes, Kurt Koch …..
Weiter in der Meldung:  »Gelingt es, diese Sichtweise in den ökumenischen Dialog einzubringen, dann kann es auch gelingen, dass die katholische Kirche eines Tages das «grosse Geschenk» des Papstamtes mit der ganzen Christenheit teilt.», meinte Kardinal Koch in Rom in einem Vortrag.
Erfreuliche Töne auch von Margot Kässman, ehemalige Vorsitzende des Rates Evangelischer Kirchen in Deutschland Margot Kässmann. Sie äusserte die Hoffnung auf ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten. Dass Papst Franziskus kürzlich der evangelischen Gemeinde Roms einen Messkelch als Gastgeschenk überreicht hatte, könne man durchaus auch als Symbol dafür deuten, «dass auch er diesen Wunsch hat», so die Theologin.
Eine strukturelle Einheit zwischen den christlichen Kirchen werde es in naher Zukunft kaum geben, denn «das Papsttum wird für Lutheraner nicht die Lösung sein, wie auch das evangelische Kirchenmodell für Katholiken nicht annehmbar ist», so die Einschätzung Kässmanns. Dennoch stecke in der konfessionellen Differenz eine «kreative Kraft», und eine «Einheit in versöhnter Verschiedenheit» sei anzustreben. Das gemeinsame Abendmahl werde von den Gemeinden vor Ort stark gewünscht; das Modell der Reformierten und Lutheraner zeige auf, dass eine gegenseitige Anerkennung als Kirche sowie der Ämter und in Folge die gemeinsame Mahlfeier möglich sei.
Knapp 500 Jahre nach Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg von 1517 setze sich heute die Sicht durch, «dass uns mehr verbindet als uns trennt», so die Reformationsbotschafterin zum Stand der Ökumene zur katholischen Kirche. Zu der «wachsenden Übereinstimmung» gebe es auch viele Dokumente, die jedoch bisher noch wenig rezipiert seien.
 

20. Dezember 2015 | 01:59
von Walter Ludin
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