Der «Neo-Klerikalismus» der Jungen
Es ist zwar eine üble, wohl Jahrtausende alte Gewohnheit, dass die ältere Generation mit der Jüngern unzufrieden ist. Bis vor nicht allzu langer Zeit ging es dabei, dass konservative Alte die progressiven Jungen kritisierten (»Junge Störmi», hiess es zurzeit unserer Jugend). Heute ist es eher umgekehrt: Zukunftsgerichtete Senioren haben Mühe mit rückwärtsgewandten Junioren. Dazu zwei Stimmen:
Einen «Krypto- bzw. Neoklerikalismus» nimmt Zulehner auch unter manchen Priesteramtskandidaten bzw. unter hierzulande wirkende Kleriker aus traditionell katholischen Ländern wahr. Nicht umsonst habe Papst Franziskus in einem Gespräch mit dem italienischen Journalisten Eugenio Scalfari bemerkt, dass auch ihn der Klerikalismus in der Kirche störe und er bei dessen Auftreten «mit einem Schlag antiklerikal» werde. Zulehner forderte demgegenüber von den Laien das Selbstbewusstsein, sich nicht mehr als «Mitarbeiter des Klerus» zu sehen, sondern «unvertretbar als Mitarbeiter Gottes».
Es trifft sich, dass mir ein aufgeschlossener Theologe aus Deutschland schreibt:
" …. Das ist wohl die Generation, die in Frankfurt Sankt Georgen im Theologenkonvikt schon im ersten Semester die Soutane im Schrank hat und die Professoren / Dozenten nach Gottendiensten darauf aufmerksam macht, wenn sie ein Kreuzzeichen zu viel oder zu wenig gemacht haben. Von manchen der Generation 70plus erwarte ich mir da mehr ….
Ich gehöre bald zur Generation 70plus und hoffe, meinen Bekannten nicht zu enttäuschen …
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