Immerhin: einige positive Ergebnisse der Bi-Synode
Eine recht optimistische Analyse der Ergebnisse der Synodenergebnisse finde ich in der österreichischen «Presse». Auch wenn wir schon sehr viel zum Thema gelesen haben, lohnt sich die Lektüre.
Bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass das Papier doch durchwirkt ist von dem, was Franziskus predigt: Gut versteckt ist manch Revolution. Es gibt etwa keine verurteilende Sprache mehr. Der Ausdruck «in sich böse», wie ihn Johannes Paul II. (nicht nur) für homosexuelle Akte benutzte, fehlt. Es fehlt die Abwertung «irregulär» für Familienformen, die dem Ideal widersprechen. Sogar der Sündenbegriff ward reformiert: Bisher galten als schwere Sünder alle, die ohne Trauschein zusammenleben; nun räumt die Kirche ein, dass der Verzicht auf formelle Ehe oft nicht absichtlich, sondern durch profane ökonomische oder kulturell-soziale Umstände motiviert sei. Wo aber der Vorsatz fehlt, gegen Gottes Ordnung zu handeln, gibt es keine Sünde. Die Bischöfe räumen gar ein, es könne «Samen des Wortes Gottes» auch in unorthodoxen Beziehungen geben.
Die Seelsorger sollten genauer auf die konkrete menschliche Realität schauen. «Unterscheidung» lautet das Motto, und «Begleiten, nicht urteilen». Manchmal müssten Seelsorger auch bloss «schweigend zuhören». Zuoberst steht der Respekt vor und das Dienen am Menschen.
Für die Begleitung wiederverheirateter Geschiedener, die zu den Sakramenten gehen wollen, bekommen die Pfarrer einen Kriterienkatalog. Etwa: «Wie haben diese Leute sich in der ersten Ehe benommen, haben sie ihren Kindern, ihrem Partner geschadet?» Es wird die Möglichkeit erwogen, dass «mancher Ausschluss solcher Personen aus kirchlichen Diensten überwunden» werden könnte.
»Neu ist insgesamt, dass nicht Zustände festgeschrieben, sondern Wege eröffnet wurden.» So begründen die deutschen und österreichischen Bischöfe ihre Zufriedenheit. Nun ist der Papst am Zug. Kardinal Marx sagt, die Synode habe ihm «alle Freiheit gelassen, seinen Weg weiterzugehen». Das war in der Tat, angesichts des konservativen, sehr aktiven Übergewichts in der Versammlung, so nicht zu erwarten.
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