Walter Ludin

Die Kirchenleitung hört nicht auf die Wissenschaft

Erkenntnisse der theologischen Forschung fliessen kaum noch in kirchenamtliche Texte ein. Dies stellte die Churer Theologin Eva-Maria Faber schon im Frühjahr fest.  »Wir forschen und schreiben zwar vor uns hin, aber wir haben eigentlich keine Bedeutung mehr.
Noch auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) hatte laut Faber jeder Bischof einen theologischen Berater. Nach dem Konzil aber habe die Theologie «permanent» an Bedeutung verloren. «Die strukturelle Verbindung zwischen Theologie und Kirchenlehre ist verkümmert», beklagt die Professorin für Dogmatik. Zwar existierten theologische Kommissionen; und so sollte die Theologie in kirchenamtliche Texte einfliessen. Oft aber frage man sich im Nachhinein: «Wo sind die Theologen gewesen?»
PS. Das gleiche Desaster gibt’s in Bezug auf die Naturwissenschaften. Denn: Welche Bischof war bemüht, vor oder während der Bischofssynode wissenschaftliche Kenntnisse über Homosexualität auch nur zur Kenntnis zu nehmen – geschweige denn zu übernehmen? Nicht einmal die grundlegenden Erkenntnisse der Exegese wurden gesehen. Ein Desaster!

2. November 2015 | 01:21
von Walter Ludin
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