Droht eine Kirchenspaltung?
«Die Gefahr eines Auseinanderdriftens ist in der Kirche heute durchaus gegeben. Dies sagte nach der Bischofssynode Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück Dazu Lucas Wiegelmann in der «Welt»:
Kirchenversammlungen sind wie verhext. Einerseits sollen sie die Einheit der Kirche demonstrieren, indem Bischöfe und Kardinäle aus aller Welt gemeinsam beraten. Anderseits gilt für die Kirche die Formel: zwei Theologen, drei Meinungen. Bei einer grösseren Gruppe von Würdenträgern kommt es fast zwangsläufig zum Knall, das ging schon den Aposteln um Petrus und Paulus so. Nicht immer gibt es gleich ein Schisma, eine Spaltung. Aber immer wieder.»
Tatsächlich: Nach den beiden letzten Konzilien gab es Abspaltungen: jene der Christkatholiken nach dem Vatikanum II., jene der Piusbrüder von Lefebvre nach dem Vatikan II. Zu letztern heisst es in der «Welt»:
«Die meisten Gläubigen, genau wie die meisten Bischöfe, sind heute froh, dass sie die Piusbrüder los sind. Aber im Vatikan sehen das viele anders. Katholisch bedeutet allumfassend. Die Kirche verfolgt das Ziel, möglichst viele Menschen für ihre Lehre zu gewinnen. Jede Abwanderung gilt als Rückschlag, auch als Machtverlust.
Selbst, wenn es sich dabei um verstockte Sektierer wie die Piusbrüder handelt, zu deren mächtigsten Funktionären lange der Holocaustleugner Richard Williamson gehörte. Die wichtigste Aufgabe jedes Papstes besteht darin, die Einheit der Kirche zu verteidigen. Koste es, was es wolle. Deshalb fällt es den Päpsten oft auch so schwer, klar zu zeigen, auf welcher Seite sie stehen.»
Sicher: Die Einheit ist ein hohes Gut. Doch stellen wir uns vor: Das letzte Konzil hätte nicht stattgefunden; oder so, wie es sich der Vatikan vorgestellt hat: ohne Refomren. Millionen und Millionen von katholischen Gläubigen wären mehr oder weniger still und leise aus der Kirche ausgewandert. Auf jeden Fall viel, viel mehr als zu den Piusbrüdern übergelaufen sind.
Auf die aktuelle Synode angewandt: Ich überlasse die Vorstellung meinen Kommentatoren….
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