Walter Ludin

Israel mobbt die Palästinenser

«Israels Führung handelt nach dem Prinzip, die Palästinenser zu ‹vergrämen›: Irgendwann werden die Frustrierten vielleicht emigrieren …» (Zeitschrift weltweit).
Frage: Würde man in anderem Zusammenhang nicht von Mobbing sprechen?
Weiter im Text: «Solange Israel  die finanzielle und politische Unterstützung der USA hat (und, trotz allem immer noch viel Solidarität der Europäer) wird sich nicht viel ändern.»
Zur Solidarität: Wer alles gutheisst, was Israel tut, macht sich mit mitschuldig …. Und Israel sieht keine Veranlassung, eine Politik zu ändern, die letztlich ins Verderben führt. Und wie zum Beispiel die kritischen Soldaten immer wieder betonen: die Volksseele dauerhaft beschädigt.  
Noch ein Satz aus der zitierten Quelle: «Die Zweistaatenlösung … gilt als unmöglich.» Nein, sie ist sogar unmöglich, weil für einen palästinensischen Staat kaum mehr übrig bleibt, wenn es mit der Siedlerei so weitergeht. Dazu die folgende Meldung (aus: www.spiegel.de):
Die Siedler im Westjordanland und in Ostjerusalem drangsalieren die palästinensische Bevölkerung dort seit Jahrzehnten: Sie nehmen ihnen das Land, fällen ihre Olivenbäume, beschneiden ihre Bewegungsfreiheit. Das alles passiert mit Billigung der israelischen Regierung.
Erst in der vergangenen Woche zeigte sich die Macht der Siedlerbewegung: Israels Oberstes Gericht hatte den Abriss zweier Häuser in der Siedlung Bet El angeordnet, die selbst nach israelischem Recht illegal auf palästinensischem Privatbesitz errichtet worden waren. Gleichzeitig genehmigte Premier Netanyahu den Bau von 300 neuen Häusern in der Siedlung.

Die Botschaft dahinter: Selbst wenn die Siedler gegen israelisches Recht verstossen, werden sie am Ende dafür noch ausgiebig belohnt.

Es brauchte eine weitere Gräueltat, bis härter durchgegriffen wurde: «Nach dem Tod eines palästinensischen Kleinkinds bei einem Brandanschlag verschärft die israelische Regierung ihr Vorgehen gegen Extremisten.» (spiegel.de)
 
 

9. August 2015 | 01:42
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!