War Benedikt der «letze Papst»'
Spüre ich die Sommerhitze, wenn ich diesen Blog etwas seltsam beginne: «In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts rätselte man im Kreis der Katholiken über die Aussage einer Seherin (»Sybilla») betreffend die Zukunft des Papsttums. Es werde einmal ein «Reisepapst» kommen, daraufhin ein Deutscher, der aber flüchten müsse und der letzte Papst sein werde.»
Die ist ein Zitat einer Aussendung von Herbert Kohlmaier, einem führenden Kopf der österreichischen Laien-Initiative. Er ist keineswegs ein versponnener Mensch.
Zum fliehenden Papst schreibt er: «Damals konnte sich damals kaum jemand vorstellen, dass ein Papst flüchten müsse, ausser als Folge kriegerischer oder revolutionärer Ereignisse. Schon gar nicht erschien möglich, dass ihm dann niemand mehr nachfolgen sollte.
Aber ist es abwegig, den Rücktritt Benedikts als eine Art von Flucht zu verstehen? Wich er doch vor der Aufgabe zurück, die er nicht bewältigte, nämlich mit der Leitung der Kirche und insbesondere den Tücken der Kurie fertig zu werden.
Aber war er der «letzte» Papst? Auch das könnte seine Wahrheit haben, und zwar in dem Sinn, dass Benedikt der letzte Papst des alten Zuschnitts gewesen wäre.»
Wir erinnern uns, wie der Papst alten Zuschnitts ausgesehen hat: Es ging da nicht nur um rote Schuhe und Sami-Chlaus-Mützen. Dazu «Kohli»: »In seiner Zeit kulminierte das alte Regime nochmals, es erwies sich als immer uneinsichtiger und unnachgiebiger. Ein Bischof wurde ohne
Angabe von Gründen abgesetzt, dann erfuhr man, dass dies geschah, weil er Unregelmässigkeiten seines Vorgängers nachgeforscht hatte!» (Gemeint ist der slowakischen Bischof Bezak».
Nochmals Kohlmaier: «Im Kreis der Kardinäle wuchs die Erkenntnis, dass die Kirche anders zu regieren wäre, dass eine Zurückdrängung des allmächtigen vatikanischen Systems erfolgen müsse, das immer mehr die Macht an sich gezogen hatte.
Bergoglio erschien in den Vorberatungen des Konklaves als dafür geeignet, jenes Regime zu reformieren, in das er als volksnaher südamerikanischer Bischof nicht verwickelt war. Allerdings dürfte niemand
daran gedacht haben, dass es dem neuen Papst nicht nur um eine Befreiung des Pontifex aus den Fängen einer hypertrophen und auch korrupten «heiligen» Bürokratie ging, sondern darüber hinaus nun um ein neues Verständnis des Petrusdienstes.»
Am Schluss eine Frage Kohlmaiers: «Müsste nicht nur das Selbstverständnis eines Nachfolgers Petri total geändert werden, sondern auch und unbedingt all das, was das Amt heute umgibt, ausstattet, definiert und damit in seinem Wesen prägt?»
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