Walter Ludin

Familien-Synode: Hoffnungszeichen (für alle)

Immerhin enthält das Instrumentum laboris für die Bischof –Synode einige Lichtblicke. Nur zwei davon (aus der Zusammenfassung von katholisch.ch):

«Die Bischöfe sollen bei ihrem Treffen im Herbst auch über die Möglichkeit diskutieren, dass geschiedene Katholiken eine zweite, zivil geschlossene Ehe segnen lassen, wie dies in der orthodoxen Kirche möglich ist.»

Ich erinnere mich: Während der ersten Synode über Ehe und Familie im Jahr 1980 war auch die Rede von der orthodoxen Kirche. Aber nicht «offiziell», sondern an den Parallel-Veranstaltungen, die mein Freund Giancarlo Zizola mit Wissenschaftern durchführte. Wenn jetzt das offizielle Vorbereitungsdokument davon spricht, ist dies immerhin ein Fortschritt, auch wenn es die Einschränkung gibt:
Hierbei verweist das Arbeitspapier jedoch darauf, dass auch die Orthodoxie klar zwischen der ersten und der zweiten Ehe unterscheidet. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass die orthodoxen Kirchen ein anderes theologisches Eheverständnis hätten.

 Mit Blick auf homosexuelle Partnerschaften bekräftigt das Dokument die Ablehnung gleichgeschlechtlicher Ehen. Gottgewollt sei nach biblischem Zeugnis nur die Ehe zwischen Mann und Frau. Gleichwohl müsse jeder Mensch gleich welcher sexuellen Orientierung in der Kirche aufgenommen und respektiert werden. Diskriminierung von Homosexuellen sei abzulehnen.

Dazu nur dies: Auch die Befürworter der «Homo-Ehe» sollen doch endlich aufhören, diesen Begriff zu verwenden. Sie geben den Gegnern nur Angriffsfläche, so dass diese immer wieder mit dem Argument kommen können, die Ehe sei Sache zwischen Mann und Frau. Warum nicht für das gleiche einen unangreifbaren Begriff verwenden.
Noch was: Radio Maria referierte gestern die beiden Punkte und fügte hinzu, es werde nicht so heiss gegessen wie gekocht. Es bestünde noch Hoffnung ….. Denn: «Es ist nicht einfach, in der heiligen (!!!!!) Kirche die Theologie zu ändern.
PS. Man hat sicher erstaunt festgestellt, warum ich Radio Maria höre. Ganz einfach: Gestern war ich sozusagen sein Mitarbeiter. Ich habe im Rahmen des Ordenstreffens in Baar eine Pressekonferenz mit einem Kardinal geleitet und dabei auch die Kollegin von Radio Maria journalistisch betreut; offenbar so freundlich, dass sie mich nachher zu einem Live-Interview engagierte.

25. Juni 2015 | 01:27
von Walter Ludin
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