Mutige Frauen
Wie sähe die Welt ohne mutige Frauen aus? Wir stellen im Franziskuskalender diese Frage anhand von Bildern, die uns der bekannte Fotograf Fritz Kehrer zur Verfügung stellte. Am Schluss: Bestellmöglichkeit für jene, welche die Bilder anschauen möchten …
Dienste von Frauen mit Mut
Im Münster von Freiburg im Breisgau gestaltete 2006 der einheimische Künstler Hans Günther van Look ein Fenster mit sieben Frauengestalten, die zu ihrer Zeit für Kirche und Gesellschaft Hervorragendes leisteten. Wir stellen vier von ihnen kurz vor und fragen uns, wie die Welt ohne sie aussehen würde.
Dorothea von Flüe
Sie war mit dem Schweizer Nationalheiligen Niklaus von Flüe – «Bruder Klaus» – verheiratet. Nach 21 Ehejahren gab sie ihrem Mann das Einverständnis, ein Leben als Einsiedler zu beginnen. «Dorothea und Nikolaus lebten eine partnerschaftliche Liebe, die frei gibt und Früchte bringt nicht nur in der Familie, sondern auch in Bürgerschaft und Glaubensgemeinschaft.» (Broschüre über den Bilderzyklus). Wenn Dorothea ihren Mann nicht hätte fortgehen lassen ….
Louise de Marillac
Inspiriert von Vinzenz von Paul («Monsieur Vincent») gründete die Adelige 1633 nach dem Tod ihres Mannes die caritativ tätige Gemeinschaft der Vinzentinerinnen. «Es gehörte Mut zur Provokation dazu, im Paris des anfänglichen 17. Jahrhunderts als höher geborene Frau in bäuerlicher Kleidung sich um Pestkranke und sozial schwach Gestellte und Ausgegrenzte zu kümmern.» (Broschüre) Viele Frauen taten das Gleiche, indem sie Gemeinschaften («Kongregationen») gründeten. Wie viel ärmer wäre die Welt ohne sie?
Hildegard von Bingen und Lioba
In einer von Männern dominierten Zeit gründeten die beiden Frauen Benediktinerinnen-Klöster. Hildegard machte sich nach dem Jahr 1100 einen Namen als Medizinerin, Theologin und Mystikerin. Als geistlich-visionäre Schriftstellerin hinterliess sie wichtige schriftliche Werke. Sie lebt weiter als Schöpferin der «Hildegard-Medizin». Die weniger bekannte Lioba aus dem Süden Englands unterstützte Bonifatius bei der Bekehrung der Germanen. Auch sie gründete und leitete Klöster. Was wäre aus der Kirche geworden, wenn Frauen wie Hildegard und Lioba nicht den Mut gehabt hätten, eigene Wege zu gehen und eigene Gedanken zu entwickeln?
Walter Ludin. In: Franziskuskalender 2016 (Erscheinungsdatum: 1. Juni 2015
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