«Neokapitalismus» aus dem Jahr 1932
Abgesehen von der Länge des Satzes und vom Ausdruck «Generaldirektor» statt CEO könnte die folgende Aussage von heute stammen. Doch sie wurde 1932 geschrieben, vom berühmten Katholiken Theodor Haecker:
«Dass eine bestimmte Art von Kapitalismus eine himmelschreiende Sünde ist, dass der zynische Brauch, die Dividenden der Aktionäre oder die Gehälter der Generaldirektoren für wichtiger zu halten als die Lebensbedürfnisse arbeitender Menschen, so brutal der Gerechtigkeit ins Gesicht schlägt, dass er unerträglich geworden ist, das ist von jedem redlichen Menschen längst erkannt … Aber die ‹Christenheit› hat sich nicht darum gekümmert.»
Zum Autor: Theodor Haecker zählt zu den sprachmächtigsten Vertretern des katholischen Existentialismus und zu den radikalsten Kulturkritikern in der Weimarer Republik und im Dritten Reich; das Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon rechnet ihn «zu den bedeutendsten katholischen Schriftstellern zwischen den beiden Weltkriegen». (wikipedia)
Zur Sache: Vor rund 25 Jahren las ich, dass ein berühmter Zuger Konzern Leute entliess und gleichzeitig die Dividenden erhöhte. Ich fand es skandalös. Doch der Aufschrei, auch der «Christenheit» blieb aus. Und schon bald fielen solche Meldungen kaum mehr auf ….
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


