Walter Ludin

«Unsere Gesellschaftsordnung stiehlt für uns»/Karl Rahner (zur Fastenzeit)

Sie sind heute so aktuell wie damals vor etwa 40 Jahren, als Karl Rahner die folgenden harten Worte formulierte. Sie passen übrigens sehr gut zur Fastenzeit:
Wir sind reich, weil die anderen arm sind, weil die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen ungerechterweise so sind, dass wir, Leute der voll entwickelten Länder immer noch reicher und die anderen in den unterentwickelten Ländern immer noch ärmer werden. Wir stehlen nicht persönlich, wir verstossen nicht gegen die tradierten sittlichen Spielregeln, aber die Strukturen unserer Gesellschaft und ihre Spielregeln sind selbst ungerecht, ausbeuterisch und unsittlich, auch wenn wir vieles auf eine ungewollte, tragische Entwicklung der Geschichte zurück führen. Unsere Gesellschaftsordnung stiehlt für uns, macht uns reicher und bewahrt uns dazu noch ein gutes Gewissen. Wenn wir vom «ungerechten Mammon» leben, müssen wir einen Teil dieses ungerechten Mammons zurückgeben.
 

17. März 2015 | 01:32
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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