Wenn die Griechen so fleissig wären wie die Deutschen ....
Wenn die Griechen so fleissig wären wie die Deutschen, würde es ihnen nicht so schlecht gehen. Sagt man. Doch: Einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg bekam Deutschland gerade jene Hilfe, die seine Kanzlerin jetzt den Griechen vorenthält. Aus Publik-Forum «ein historisches Beispiel, das Deutschland zu mehr Grosszügigkeit animieren sollte»:
«Im Londoner Schuldenabkommen vom 27. Februar 1953 wurden Deutschland von den Kriegsgegnern fünfzig Prozent der Auslandsschulden erlassen; und für die weiteren fünfzig Prozent wurden günstige Rückzahlungsbedingungen gewährt. Deutschland hätte seinen Schuldendienst gegenüber den Gläubigern aussetzen können, wenn es eine negative Handelsbilanz gehabt hätte, also von den Gläubigerländern mehr importiert als dorthin exportiert hätte. Diese Bestimmung hat – sozusagen präventiv – dafür gesorgt, dass die Gläubigerstaaten viel aus Deutschland importierten, eine wichtige Voraussetzung für das »Wirtschaftswunder« und die starke Exportorientierung der deutschen Wirtschaft. Eine Regelung, die auch für Griechenland sehr hilfreich wäre: erst die wirtschaftliche Erholung, dann der Schuldendienst.»
Eine Bemerkung zu meiner eingangs gemachten Feststellung:
«Im kollektiven Gedächtnis der Deutschen aber spielt das Londoner Abkommen keine Rolle, die meisten kennen es nicht einmal. Dafür hält sich das Selbstbild von den fleissigen Deutschen, die sich den Aufschwung nach dem Krieg selbst erarbeitet hätten.»
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