Körperfeindlichkeit und Selbstkasteiung
Fok I
«Gott schuf nun die gegenwärtige Welt. Und er fesselte die Seele an den Körper zu ihrer Bestrafung.» Regina Ammicht Quinn, die diesjährige Herbert Haag-Preisträgerin, stellt dieses Zitat von Origenes an den Anfang ihrer Thesen, die sie im Rahmen des «Katholischen Dialogs» am Montag im Romerohaus vortrug. Sie fügte hinzu, die Geschichte des Christentums sei «durchzogen von einer dominanten Tradition des Misstrauens gegen den Körper». Es sei tragisch, wie viel Leid die Körperfeindlichkeit verursacht habe.
Und heute? Da gibt es einen weit verbreiteten Körperkult (Wellness, Schönheitsoperationen …). Die Referentin stellte die überraschende These auf, dass in der heutigen Selbstkasteiung im Grunde die alte Körperfeindlichkeit weiterlebt. Denn man ist nicht bereit, seinen Körper so anzunehmen wie er ist. Sie wird Zeit und Geld geopfert, um ihn «richtig» zu machen.
Bekanntlich sind sehr viele Menschen (vor allem Frauen?) nicht zufrieden mit ihrem Aussehen. Sie meinen, zu dick oder zu dünn zu sein, eine zu grosse Nase oder abstehende Ohren zu haben. Vielleicht ein Symptom dafür, dass die äussern Werte über die innern dominieren?? Man darf hier darüber diskutieren.
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