Es sollte keine Gottesdienstbesucher geben
«Gottesdienstbesucher/Kirchenbesucher»: Ich finde dieses Wort unangebracht. Auch Paul M. Zulehner gefällt es nicht. Vor Jahren schrieb er:
«Es ist zu wenig, nur ‹Kirchenbesucher› zu sein, wenn man getauft ist. Wir besuchen ja auch keine Familie, zu der wir gehören. Wir leben dort, und zwar mit einem hohen Mass an Verbindlichkeit. Wie verbindlich leben wir aber in unserer Kirche? Haben wir beispielsweise das Gefühl, dass wir den andern und damit der Gemeinschaft fehlen, wenn wir uns nicht beteiligen?»
Zur Wortwahl: «Gottesdienstteilnehmer» ist angebrachter als bloss Kirchen- beziehungsweise Gottesdienstbesucher.
Und noch eine kurze Geschichte. Auf die Frage, was die Familie am Sonntagvormittag mache, meint ein Kind: «Wir besuchen unsere Verwandten.» Auf die Rückfrage der Lehrerin stellte es sich heraus, dass sie die Teilnahme am Gottesdienst meinte. Die dort Anwesenden erfuhr das Kind als «Verwandte». Zu schön, um wahr zu sein?
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


