Terror und Islam: jenseits von Vorurteilen (Radio Vatikan)
Radio Vatikan befasste sich in einer längern Sendung mit dem Thema «Islam und Terror». Hier einige bedenkenswerte Aussagen in der Zusammenfassung.
Aufklärung aus Saudi-Arabien
Nicht nur westlich islamische Theologen durchleben eine Art Aufklärung, auch in den islamischen Ländern beginnt ein Wandel, weiss Mouhanad Khorchide, Islamwissenschaftler an der Universität Münster. Der Grossmufti von Saudi-Arabien erklärte den Islamischen Staat zum Feind Nummer eins des Islam, obwohl beide aus derselben islamischen Strömung kommen. »Da sieht man, dass sogar in einem so konservativen Land wie Saudi Arabien schon begonnen wurde, diese Positionen kritisch zu hinterfragen, dann bin ich sehr optimistisch, dass vielleicht dieses Unheil für uns alle vom sogenannten Islamischen Staat doch einiges wach rüttelt – gerade dieses kritische Denken, hinterfragen, nicht einfach so hinnehmen. Das geschieht jetzt gerade auch in den islamischen Ländern,» sagt Khorchide.
Jugendliche als «soziale Verlierer»
Studien zeigen, dass diese Jugendliche meist am Rande der Gesellschaft stehen und zu den sogenannten «sozialen Verlierern» der Gesellschaft zählen. Auf dem Arbeitsmarkt und in der Bildung sind sie nicht weiter gekommen. Sie fühlen sich ohnmächtig. Der Salafismus gibt ihnen wieder das Gefühl, jemand zu sein. Hinzu kommt die Botschaft, die die deutsche Gesellschaft jungen Muslimen immer wieder vermittelt, erklärt Khorchide das Geflecht von Ursachen. »Es gibt immer wieder zwischen den Zeilen «Wir Deutschen» – «Ihr Muslime». Das verletzt die jungen Menschen in ihrer Identität. Für die ist Deutschland ihre Heimat, die sind hier geboren und aufgewachsen. Die kennen keine andere Heimat. Und dann vermittelt man ihnen aber, ihr seid die Anderen,» beklagt Khorchide.
-as-salāmu ´alaikum
Auch wenn es im Islam die unterschiedlichsten Richtungen, mit noch mal unterschiedlichen Rechtsschulen, die Mehrheit der Muslime will die Chance der Aufklärung nutzen und ist wie Farouk, ein junger dt. Muslim, der Meinung: «Jegliche Art von Terror und Gewalt hat im Islam keinen Platz. Und wenn wir uns begrüssen, sagen wir‹ as-salāmu ´alaikum – das heisst so viel, der Friede sei mit dir. Bei so einer Religion, wo über Frieden gesprochen wird, da hat Gewalt kein Platz,» ist sich Farouk sicher.
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