Wenn die Kirchentüren zuknallen ....
Wer will, dass alles so weitergeht wie bisher, trägt dazu bei, dass es überhaupt nicht mehr weitergeht. An diese «Volksweisheit» erinnerte ich mich, als ich die folgenden Sätze von Karl Rahner (aus dem Jahr 1975) las:
«Wenn ich in einer Art konservativ bin, dass ich Leben und Lehre so bewahre, dass ich bei den Menschen überhaupt nicht mehr ankomme, dann bin ich nicht einmal in einer rechten Weise konservativ.»
Alles muss so weitergehen wie bisher! Wäre vielleicht schön. Aber oft unmöglich. Dazu folgende Episode: Kürzlich starb der ehemalige Pfarrer der Luzerner Franziskanerpfarrei, Clemens Hegglin, im Alter von 90 Jahren. Er feierte immer noch recht häufig als Chorherr die Messe in seiner ehemaligen Pfarrei. Nach seinem plötzlichen Tod spürt man dort noch deutlicher den Priestermangel. Eine Eucharistiefeier, für die er vorgesehen war, musste als Wortgottesdienst gehalten werden. Der Pfarreileiter habe eine sehr würdige Feier gestaltet, war zu erfahren. Doch: Enttäuscht über den Ausfall der Eucharistie verliess eine Frau die Kirche und knallte die Türe zu.
Solches Türknallen gibt’s sicher noch in manchen Pfarreien; vor allem von Gläubigen, die den Pflichtzölibat durch alle Böden verteidigen. Aber man kann im Leben ja nicht immer konsequent sein…..
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