Konzilsblogteam

Übersetzer in Sachen Communio

Als Vermittler zwischen deutsch- und französischsprachiger Theologie wirkte Yves Congar zeit seines Lebens. Kurz bevor und nachdem Charles de Gaulle und Konrad Adenauer am 22. Januar 1963 den Elysée-Vertrag unterzeichneten, verdichtete sich dies in besonderer Weise, wie ein Gutachten zum Kirchenschema zeigt, das der Dominikaner am 1. Februar 1963 verfasste. Darin verarbeitet er inhaltliche Impulse verschiedener Treffen von Bischöfen und Theologen : Am 12. und 13. Januar diskutierte Congar in Löwen (hier wurde das «Philips-Schema» überarbeitet) mit den belgischen Theologen um Kardinal Suenens, Gustave Thils und Gérard Philips, bevor er nach kurzen Aufenthalten in Le Saulchoir und Florenz am 24. Januar an der von Bischof Elchinger initiierten Begegnung auf dem Odilienberg teilnahm (dort wurde ein heilsgeschichtlich geprägter Text über die Kirche erstellt) und von dort aus am 25. Januar nach Mainz weiterreiste, wo unter Leitung von Bischof Volk und unter Mitarbeit u.a. von Alois Grillmeier, Karl Rahner, Joseph Ratzinger und Otto Semmelroth das «Deutsche Schema» Gestalt annahm. In seinem Gutachten vom 1. Februar 1963 vermittelt Congar zwischen den noch recht verschiedenen Vorschlägen zur Vorgehensweise hinsichtlich der nach der ersten Sitzungsperiode notwendig gewordenen Überarbeitung des ursprünglichen Schemas De Ecclesia. Inhaltlich entfaltet der Text eine dialektische Sicht der Kirche, die zugleich göttlich und menschlich, geschichtlich und eschatologisch, Mittel der Communio und Communio ist. Die letztgenannte Dimension konkretisiert sich nicht zuletzt in der Vermittlungsarbeit über Sprachgrenzen hinweg, wie sie Congar, aber etwa auch Bischof Elchinger leisteten: letzterer reiste bald nach dem Treffen auf dem Odilienberg nach München, um am Treffen der deutschprachigen Bischöfe vom 5. und 6. Februar teilzunehmen.(Michael Quisinsky; vgl. Qu 320 f)

1. Februar 2013 | 00:27
von Konzilsblogteam
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