Was geschieht im «Herzbistum» Vaduz von Wolfgang Haas?
Es ist still geworden um Wolfgang Haas und sein «Herzbistum» Vaduz. Das heisst aber keineswegs, dass dort Ruhe und Ordnung herrscht. Dies zeigt die folgende Stellungnahme des «Vereins für eine offene Kirche» des Bistums. Darin wird auch beklagt, dass der Erzbischof seine von ihm viel gepriesene Papsttreue offenbar vergessen hat:
Am 2. Dezember wurde das Erzbistum Vaduz 17 Jahre alt. Bürgerlich gesagt, erreicht es bald seine Volljährigkeit. Allerdings hat das Bistum nach unseren Erfahrungen immer noch eine sehr unreife Gestalt.
Damit der 18. Geburtstag nächstes Jahr Anlass zur Freude wird, müssten sich einige Dinge ändern. In weltkirchlicher Hinsicht wäre es dringend geboten, dass die Kirche in Liechtenstein sich klar auf die Seite von Papst Franziskus stellt und seine klugen Reformvorhaben unterstützt. Es fällt auf, dass jene Kreise, die vorher stets auf das universale Lehramt und die Autorität des Papstes verwiesen haben, jetzt den Papst meiden.
Aktuelles Beispiel ist die Familiensynode vom Oktober. Die Gläubigen in Liechtenstein wurden im Vorfeld dazu nicht befragt; und auch jetzt schweigt die Bistumsleitung. Dabei ist es der Wunsch der Synode, dass die Thematik in der Ortskirche diskutiert wird.
Auf ortskirchlicher Ebene stehen ebenfalls Reformen an. Gegenwärtig zählt das Erzbistum Vaduz 60 inkardinierte Priester. Das Problem liegt nicht nur in der zu grossen Zahl und den fehlenden Berufungen aus Liechtenstein, sondern auch in der mangelnden Qualifikation vieler Kandidaten. Viele dieser Priester werden ohne entsprechende Ausbildung und Betreuung in den Pfarreien eingesetzt. Es verwundert nicht, dass es vielerorts zu Schwierigkeiten mit dem Klerus kommt. Wir fordern eine Überprüfung des Personalbestands des Bistums und zugleich eine Erweiterung der kirchlichen Lebensformen um Pastoralassistenten, Katechetinnen und Ständige Diakone.
Auch betreffend die Reformen zu Kirche und Staat zeigen sich einige Schwächen des Erzbistums Vaduz. Es wird immer klarer, dass unsere Pfarreien keine Strukturen haben, die es erlauben würden, die Gläubigen in die Reformen einzubinden. Land und Gemeinden möchten alle kirchlichen Belange ganz an die katholische Kirche abgeben. Diese katholische Kirche im Sinne einer Gemeinschaft aller Getauften und Gläubigen Liechtensteins – rund 75 Prozent der Bevölkerung – ist indes nicht angemessen organisiert. Es verhandelt einzig das Bistum mit dem Staat. Die erste Frage des Bistums scheint dabei nicht zu sein, wie man das Christentum in der Gesellschaft lebendig erhalten kann. Die erste Frage scheint zu sein, wie man möglichst viele sakrale Gebäude in die Hand des Bistums bekommt. Was für ein Kontrast zu Papst Franziskus, der sich eine «arme Kirche» wünscht!
Wünschen wir, dass im neuen Kirchenjahr etwas vom franziskanischen und jesuitischen Geist in unsere Ortskirche einzieht, der die katholische Kirche seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus erfasst hat. Wir wünschen uns auf allen Ebenen der Kirche mehr echte Seelsorge, mehr echte Sorge um die Menschen und um die Gesellschaft in Liechtenstein. Gerne sind wir bereit, unseren Beitrag dazu zu leisten.
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