Was die Bischofs-Synode wirklich sagte
Inzwischen hat wohl jeder halbwegs kirchlich Interessierte (auch die weibliche Form wäre anzufügen) sich eine Meinung gebildet über die vergangene Bischof-Synode. Doch wer hat ihr schriftliches Ergebnis, die Relatio Synodi schon gelesen. Hier ein Hinweis, wo sie zu finden ist:
Mit einem zeitlichen Abstand von fast drei Wochen hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) die Relatio Synodi, den offiziellen Abschlussbericht zur Bischofssynode im Vatikan, auf Deutsch veröffentlicht. Das 62 Absätze umfassende Dokument war bislang vom Vatikan lediglich in italienischer und in englischer Sprache veröffentlicht worden. Der Bericht liegt nun in deutscher Sprache auf der DBK-Internetseite vor: http://www.dbk.de/presse/details/?suchbegriff=bischofssynode&presseid=2669&cHash=3ac785704e5aae80fe8e51510596788d Es handelt sich um eine Arbeitsübersetzung.
Bislang hatte es vereinzelte Arbeitsübersetzungen des Textes in kirchennahen Medien gegeben. Bei der Ausserordentlichen Bischofssynode, die vom 5. bis 19. Oktober im Vatikan tagte, war Deutsch keine der offiziellen Synodensprachen.
Mit einem für den Vatikan einmaligen Schritt der Transparenz hatte Papst Franziskus angeordnet, den Bericht im italienischen Original mitsamt den Abstimmungsergebnissen für jeden einzelnen Absatz zu publizieren. Dies geschah bereits am 18. Oktober.
Veröffentlicht wurden im Original ebenso wie in der nun vorliegenden deutschen DBK-Übersetzung auch jene Abschnitte, die nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit der Synodenväter erhielten. In diesen Abschnitten geht es vor allem um die Haltung der Kirche zu Homosexuellen sowie um den Umgang mit Geschiedenen, die erneut eine zivile Ehe eingegangen sind.
Das gesamte Dokument soll nach dem Willen von Papst Franziskus in den kommenden Monaten auf der Ebene der einzelnen Ortskirchen diskutiert werden. Bei der für Oktober 2015 geplanten Ordentlichen Versammlung der Weltbischofssynode soll der Abschlussbericht von 2014 als Arbeitsgrundlage (»Instrumentum laboris») dienen.
Persönliche Nachbemerkung: Bei früheren Synode waren die Ergebnis «streng geheim». Man übergab sie «vertrauensvoll dem Heiligen Vater», damit dieser ein nachsynodales Schreiben verfasste. Johannes Paul II. gelang es in einem solchen Schreiben, sich öfter zu zitieren als die Synode.
Von wegen streng geheim: Es kam mal vor, dass der geheime Text tags darauf in der kommunistische Unita vollumfänglich abgedruckt war. Wer aber als Journalist aktuell berichten musste, konnte nicht auf solche Lecks warten. So haben wir befreundete Bischöfe kontaktiert und ihnen beigebracht, dass sie, wenn sie uns den Text überliessen, im Grunde genommen bloss ein Geheimnis verletzen, das sich nur über Stunden halten würde. So sagte ich einem Bischof: «Wenn du mir den Text nicht gibst, muss ich halt nochmals durch Rom spazieren zu einem andern Bischof. Aber ich werde den Text bestimmt noch heute Abend rechtzeitig finden. Du würdest mir also Mühe ersparen….»
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