Kontroversen und versöhnliche Prozesse
Julius Kardinal Döpfner weilt für die Sitzungen der Koordinierungskommission in Rom. Um 11 Uhr besucht er Kardinal Ottaviani und notiert: «Aussprache über die Auseinandersetzung während des Konzils». Danach geht es um konkrete Themen, so «gefallene Priester» («Ottaviani zeigt Verständnis») und um den ständigen Diakonat von verheirateten Männern («Ottaviani verspricht Unterstützung, falls ich es vorschlage») (Dö 14).Am selben Tag hört P. Yves Congar OP das Gerücht, Ottaviani werde sich vom Heiligen Offizium zurückziehen; als Nachfolger sei Kardinal Browne vorgesehen. Congars Reaktion: «Gott bewahre uns vor Browne! Da habe ich lieber Ottaviani» (Co 1,321). Ottaviani wird bis 1968 im Amt bleiben.Am Spätnachmittag findet die Sitzung der Koordinierungskommission statt. Döpfner stellt die Textvorlage über die Bischöfe vor und regt ein eigenes Dekret über die Bischofskonferenzen an. Der Präsident der Bischofskommission Kardinal Marella hält dagegen. Döpfner insistiert indes, dass das Konzil selbst über die Bischofskonferenzen werde sprechen müssen. Das Protokoll vermerkt: «Sono tutti d’accordo [Alle sind einverstanden]» (AS 5/1,161).(emf)
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