Walter Ludin

Israel/Palästina: Wer hörte diese christliche Stimme?

Wer von euch hat die folgende Stellungnahme – von unserer Bischofskonferenz verbreitet – schon irgendwo lesen können?
Die Kommission Justitia et Pax der katholischen Kirche im Heiligen Land ruft eindringlich zu einem radikalen Wandel in Israel und Palästina auf. Justitia et Pax in der Schweiz unterstützt diesen «Appell für einen mutigen Wandel».
(In der Erklärung wird auf die Ursachen des Konflikts hingewiesen:)
Unsere Hoffnung, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, ist zerbrochen durch die unverantwortlichen Rede von kollektiver Bestrafung und Rache, die Gewalt hervorruft und das Wachsen jeder Alternative erstickt. Viele in Machtpositionen und in politischer Verantwortung bleiben unbelehrbar und sind  nicht bereit, den Weg des Dialogs zu beschreiten, sondern giessen mit Worten und Taten Öl ins Feuer, was den Konflikt weiter schürt.
 Die gewaltvolle, nach Vergeltung rufende Sprache auf Israels Strassen wird durch die Haltung und Äusserungen einer politischen Führung angeheizt, die einen diskriminierenden Diskurs schürt, welcher die exklusiven Rechte nur für eine Gruppe und für die Besatzung fördert, mit all ihren verheerenden Folgen. Siedlungen werden errichtet, Land beschlagnahmt, Familien getrennt, Angehörige verhaftet und sogar ermordet. Die Besatzungsmacht scheint zu glauben, dass ihre Besatzung Erfolg erzielen wird, wenn sie den Willen der Menschen nach Freiheit und Würde unterdrückt. Sie scheinen zu glauben, dass ihre Entschlossenheit die Opposition zum Schweigen bringen und das Falsche ins Richtige verwandeln wird.
Im Klartext: Wenn diese Ursachen (Besatzungsmacht, die im Alltag die Bevölkerung schikaniert; eine Siedlungspolitik, die dazu führt, dass bald einmal für einen zweiten Staat kein Land mehr vorhanden ist) nicht beseitigt werden, wird es keinen Frieden geben. Ausser man will alle Palästinenser ausrotten ….

4. August 2014 | 01:22
von Walter Ludin
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