Walter Ludin

Wo das Leben dem Glauben begegnet (Buch von Leo Karrer)

Leo Karrer: Glaube, der das Leben liebt. Christsein als Mut zu wahrer Menschlichkeit. Herder 2014. ISBN/EAN 978-3-451-33382-8. 256 S., ca. Fr. 29.90
Es gibt unter den theologischen Büchern, die in den letzten Jahren erschienen sind, kaum eins, das so konsequent vom heutigen Menschen und seiner konkreten Lebenssituation wie das vorliegende. Leo Karrer beschreibt eindringlich, wie der christliche Glauben lebensfördernd ist. Er zeigt dies ausführlich am Beispiel der Sakramente. Ebenso schildert er, wie der Mensch im Gebet sein Leben mit Gott verbinden kann. Karrer öffnet auch neue Wege zu Jesus Christus; indem er zum Beispiel appelliert, das Kreuz nicht ohne Bezug zu seiner Botschaft und zur seiner Auferstehung zu deuten. Wer den ehemaligen Professor für Pastoraltheologie an der Uni Freiburg/Schweiz als «Vater» der Tagsatzung kennt, wird nicht überrascht sein, dass er sich auch mit der Kirchenkrise befasst; allerdings bezeichnenderweise erst im letzten Kapitel.
Das Buch liest sich leicht, ausser die eher abstrakte Einleitung zum Thema «Erfahrung». Man kann ja diese Seiten überblättern – oder sich bis zum Schluss aufheben …
Zitat
Beichte: inkonsequente Bischöfe
Interessant ist die Tatsache, dass sich die Bischöfe gegen die Privatbeichte lange Zeit wehrten, bis sich diese mit Beginn des zweiten Jahrtausends total durchsetzte. (…) Die offizielle Kirche wehrt sich (heute) gegen die Art der öffentlichen Bussfeier. Nun geschieht umgekehrt, was Ende des ersten Jahrtausends geschah, als sich die Bischöfe vehement gegen die ‹Ohrenbeichte› wehrten. Von dieser Geschichte könnte man lernen.»
Leo Karrer: Glaube, der das Leben liebt. Christsein als Mut zu wahrer Menschlichkeit. Herder 2014. S. 150f
 

30. Juli 2014 | 01:30
von Walter Ludin
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