Ist Gott furchterregend oder lieb?
Wer die theologischen Diskussionen der letzten Jahre etwas verfolgt hat, weiss es: Es gibt zum Teil heftige Auseinandersetzungen über das richtige Gottesbild.
Ø Die einen fordern den Abschied von einem zürnenden Gott, der alles kontrolliert und so zur Entstehung von ekklesiogenen (von der Kirche verursachten) Neurosen beiträgt.
Ø Die andern – sie sind heute in der Überzahl – kritisieren des naive Bild eines «lieben Gottes». Paul M. Zulehner spricht hier vom «Leute-Gott». Die Leute lassen Gott einen lieben Mann sein und tun, was sie wollen ..
Die beiden heutigen Lesungen könnten zu einer Balance beitragen:
Ø Im Buch Daniel (9,4) steht: «Du grosser und furchterregender Gott….»
Ø Im Lukas-Evangelium (6,36) sagt Jesus: «Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.»
Doch Halt: Wir sind dabei, einem Missverständnis zu erliegen: der Gegenüberstellung vom zürnenden Gott der jüdischen Bibel und dem barmherzigen der Evangelien. Das vorherige Zitat aus dem Alten Testament vom «furchterregenden Gott» ist unvollständig. Es geht gleich weiter mit: «Denen, die dich lieben und deine Gebote halten, bewahrst du den Bund und die Huld.»
(Es folgte die Einladung, sich auf diesem Hintergrund mit dem eigenen Gottesbild auseinanderzusetzen.)
Einleitung zur Konventmesse im Kloster Wesemlin, Luzern; gestern Montag; 6.45 Uhr (!)
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