Geschlossene Grenzen
Borniertheit kennt keine Grenzen: Im Zusammenhang mit dem Film über en Fluchthelfer Paul Grüninger gibt es Leute, die das damalige Verhalten der Schweiz gegenüber Juden rechtfertigen und gleichzeitig gegen die «Masseneinwanderung» kämpfen.
In einem andern Medienbeitrag wird daran erinnert, dass wir ohne weiteres mehr Juden hätten aufnehmen können, ohne Hunger zu leiden. Es gibt dazu eine Statistik: Die Flüchtlingen haben von jedem in der Schweiz gegessenen Brot durchschnittlich 15 Gramm bekommen. Ich frage mich: Wenn es doppelt so viele Flüchtlinge gewesen wären, die 30 Gramm Brot gegessen hätten: Wären wir dann verhungert?
Im Schweizer Jubiliäumsjahr 1991, das von den Kirchen zum Halljahr erklärt wurde, habe ich eine Büchlein redigiert mit der folgenden absurden, aber hintergründigen Geschichte:
In einem französischen Dorf wird die Parole laut: «Hinaus mit den Ausländern. Sie essen unser Brot.» Der einzige Ausländer geht. Dann aber gibt’s tatsächlich kein Brot. Denn es war der Dorfbäcker.
Parallelen zur Wirklichkeit (z.B. im Pflegebereich) sind offensichtlich.
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