Wo Bischof Huonder Recht hat
«Die Brautleute sollen vor der Trauung einen Ehevorbereitungskurs besuchen.» Dies wünschte die Synode 72. Ich habe Brautpaare, die von mir getraut werden wollten, darauf aufmerksam gemacht. Doch da kam nachher ein Paar zu mir: «Wir sind dorthin gegangen, weil du es gesagt hast. Aber es hat nicht viel gebracht.» Ein anderes Paar beklagte sich über einen Mitbruder, der dort referiert hat. Er sei nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Ich hatte ihn als aufgeschlossen erfahren. Aber die Zeiten hatten sich geändert …
Wer besucht heute noch einen Ehevorbereitungskurs? Ich jedenfalls dränge als Trauungspriester nicht mehr darauf.
So hat die Diözese Chur wahrscheinlich im folgenden Punkt Recht, der in der ansonsten sehr unglücklich formulierten Auswertung der Umfrage über die Ehe enthalten ist: «Es komme immer wieder vor, dass Ehepaare zu wenig vorbereitet die schliessen.»
Was nun? Die Ehevorbereitungskurse seligen Angedenkens sind sicher nicht mehr zeitgemäss. Da hat ein Arzt das Paar «aufgeklärt» – was wohl im «Mittellalter», das diesbezüglich bis in die 1968er-Jahre dauerte, wichtig war. Dass ein Theologie die Paare auf Humanae vitae einschwört, ist sicher auch nicht die Lösung.
Aber was denn? Die Diskussion ist eröffnet.
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