Walter Ludin

Protest gegen Huonders Schnapsidee

Wer «nicht würdig» ist, soll mit verschränkten Armen vor den Priester (oder Kommunionhelfer?) hintreten, um den Segen zu erbitten. Gegen diese «barmherzige», höchst originelle Regelung des Churer Bischofs haben innerhalb weniger als 24 Stunden 300 Gläubige protestiert. Unterschreibt auch ihr das untenstehende Protestschreiben. Danke.
Segen statt Brot für Homosexuelle und Geschiedene
 Appell an die Verantwortlichen der katholischen Kirche Schweiz und alle Katholikinnen und Katholiken
 
 Bischof Vitus Huonder will, dass homosexuelle, wiederverheiratet geschiedene, im Konkubinat lebende sowie die Pille und Kondome verwendende Katholikinnen und Katholiken künftig mit vor der Brust verschränkten Armen zur Kommunion gehen und anstelle des Lebensbrotes einen Segen erhalten. Einen Segen, der für uns diesen Namen nicht verdient, weil wir ihn als eine Art Trostpreis verstehen. Wie kann dieselbe Hand, die das Brot verweigert, obwohl es da ist, segnen? Und wer möchte von  dieser verweigernden Hand gesegnet werden? – Mit der beschämenden Geste der verschränkten Arme  werden die Menschen – öffentlich – als mangelhaft bzw. «irregulär» ausgewiesen.
Wir empfinden es als zutiefst demütigend und anmassend, völlig unbescholtenen Menschen, deren einziges «Vergehen» darin besteht, dass sie sich lieben, dass sie für ihre Sexualität Verantwortung übernehmen und es nach einer gescheiterten Beziehung nochmals versuchen, von der Gemeinschaft auszuschliessen, die miteinander das Brot teilt. Wer dagegen als katholischer Machthaber in Politik und Wirtschaft Kinder, Frauen und Männer, insbesondere arme, durch Zustände der Ungerechtigkeit leiden lässt, bekommt von der Kirche die Hostie fraglos in die offene Hand gelegt.
Wir freuen uns über das klare Nein breiter Kirchenkreise zu den hängigen Kirchensteuer-Initiativen. Und wir vermissen schmerzlich das deutliche Nein zur Initiative des Churer Bischofs, die Menschen klassifiziert und ausgrenzt. Aber nicht nur die staatskirchenrechtlichen Gremien, die Bischöfe und die KirchenlehrerInnen tragen Verantwortung, sondern wir alle. Im Blick auf Jesus von Nazaret, der nie geschwiegen hat, wo die Würde eines Menschen angetastet und Gesetze über diese gestellt wurden, und im Blick auf alle durch die Kirche verletzten Menschen, rufen wir auf, für eine Kirche hinzustehen, die den Menschen keine Lasten auflegt, sondern ihnen beim Leben hilft.
 
Simone Curau-Aepli, Unternehmerin, Lektorin und Kommunionhelferin, Weinfelden
Dr. Regula Grünenfelder, Theologin, Zug
Jacqueline Keune, freischaffende Theologin, Luzern
 
 
Dieser Aufruf kann noch bis Donnerstag, 16. Januar 2014, 12.00 Uhr, unterzeichnet werden (mit Angabe von Namen, beruflicher Tätigkeit/Funktion, Wohnort) durch eine Mail an keune@bluewin.ch Danach wird der Appell mit allen Namen den Schweizer Bischöfen übergeben
 
 

9. Januar 2014 | 21:45
von Walter Ludin
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