Walter Ludin

Mutter Teresa ist nicht einzigartig

Ich rege mich oft auf, wenn von Mutter Teresa die Rede ist. Nicht, weil ich ihre Arbeit nicht schätze; auch nicht wegen ihren oft seltsamen Ansichten (es sei besser, ein Kind in den Abfalleimer zu werfen als es abzutreiben …). Nein, weil oft der Eindruck entsteht, sie sei eine Ausnahme-Erscheinung. Es gäbe keine andern Frauen, die ähnlich Überragendes leisten. Daran dachte ich, als ich das Interview mit dem neuen Freiburger Weihbischof las.
 Frage: Wo sehen Sie die gesellschaftlichen Trümpfe der Kirche heute?
Alain De Raemy: Da gibt es sehr viel. Es bestehen so viele neue Impulse, neue Gemeinschaften. Man muss nur an Mutter Teresa, an Taizé oder an den Weltjugendtag denken. In der katholischen Kirche gibt es unzählige «Mütter Teresa».
 Ja, es gibt unzählige Frauen, die Gleiches leisten. Ich denke da zum Beispiel an die Baldegger Schwestern:

Lorena Jenal hat sich schon oft unter Einsatz ihres Leben in Papua-Neuguinea zwischen die Bürgerkrieger gestellt.
Gaudentia Meier warf sich vor die zornige Menge, die eine Frau als Hexe umbringen wollten. Auch dazu brachte es Todesverachtung:

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Schweizer-Nonne-kaempft-gegen-Hexenjagd-17743713
 Ich habe Lorena und Gaudentia schon mehrmals gesagt: «Wenn ich ein besserer Journalist wäre, hätte ich dich schon lange weltberühmt gemacht.»
Tatsächlich, Mutter Teresa verdankt ihren weltweiten Ruhm vor allem einem cleveren Journalisten, der sie schon zu Lebenzeiten als Heilige dargestellt hat.

2. Januar 2014 | 01:26
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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