Walter Ludin

Wie die Kirche ganz konkret politisch ist (Bischöfin Margot Kässmann)

 »Jüngste Umfragen besagen, dass sich 71 Prozent der Kirchenmitglieder wünschen, dass die Kirchen auch ihre politische Stimme erheben.» Margot Kässmann freut sich in einem Interview mit Publik-Forum darüber. Eine Kirche, die sich politisch einmischt stehe in keinem Gegensatz zu ihrem religiösen Anliegen. Denn:
«Ich kann die Bibel nicht lesen, ohne sie in Beziehung zu setzen zum gesellschaftlichen Kontext.
·       Wenn ich zum Beispiel über den Text aus dem dritten Buch Mose predige – «den Fremdling, der unter euch wohnt, sollt ihr schützen -, dann kann ich doch nicht erklären, ein solcher Satz habe mit der Flüchtlingspolitik nichts zu tun.
·       Oder wenn ich über den Satz «Selig sind, die Frieden stiften» nachdenke, kann ich doch nicht die Waffenexport- und Rüstungspolitik ausblenden.

·       Gestern habe ich über die Taufe gepredigt. Auch die Taufe hat einen politischen Aspekt: Sie ebnet die Unterschiede ein. (…) Jede Form von Sexismus, Rassismus und Diskriminierung ist durch die Taufe ausgeschlossen.»

Ob die eingangs zitierte Statistik auch für die Schweiz und für die katholische Kirche gilt?
Übrigens: Margot ist eine alte Bekannte von mir. Im Vorfeld der Vollversammlung des Weltkirchenrates in Canberra 1991 waren wir auf miteinander auf einer Team-Visit bei den Aborigines.

21. Dezember 2013 | 01:07
von Walter Ludin
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