Alltägliches wurde sakral
Schlimmes ist passiert in der Kirche Würzenbach in Luzern: Die heiligen Kirchenbänke wurden für einige Zeit entfernt. Die Gläubigen werden eingeladen, von zuhause ihre eigene Sitzgelegenheit mitzubringen.
Ein Sakrileg in den Augen von so genannt Traditionalisten! Denn der Sakralraum werde profaniert.
Die richtigen Traditionalisten wissen es besser, z.B. mein alter Freund Heinz-Manfred Schulz, der schon vor Jahrzehnten in einem seiner vielen Bücher schrieb:
«Sprache und Verhaltensweise Jesu, der im Gegensatz zu den Pharisäern immer am Leben der Menschen ansetzte, stehen im Kontrast zur Kirche, die sich eine eigene ‹religiöse Welt› geschaffen hat: Da wird z.B. aus dem ‹Presbyter› (also dem Gemeindevorsteher) der ‹sacerdos› (also Kultpriester, aus dem Speisesaal wird der Sakralraum, aus der Mahlfeier Kult und Ritus, aus dem Tisch der Brüderlichkeit der Altar, aus der Alltagssprache die Sakralsprache, aus Alltagsgewändern werden Sakralgewänder, natürliche Gesten erstarren zu Riten.» (Eine Gemeine spricht über ihren Glauben. S. 19)
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