Dringend nötig: die Bischofssynode aufwerten
«Papst Franziskus will die Synode als Institution kollegialer Führung der Weltkirche stärken.» Nachdem ich etwa ein Dutzend Synode als Berichterstatter miterlebt habe, kann ich sagen: Dies ist bitter nötig. Denn in ihrem bisherigen Ablauf waren sie weitgehend ein Leerlauf: Zuerst lasen die rund 150 Teilnehmenden fünfminütige Statements ab, die sie zuhause vorbereitet hatten. Aufeinander einzugehen, war erst in den letzten Synode in bescheidenem Rahmen möglich, dank einer Reform von Benedikt XVI.. Zuvor und auch nachher war es, so waren wir uns Journalisten einig, weitgehend Arbeitstherapie; beziehungsweise Verhinderung, sich mit Problem ernsthaft im Dialog auseinanderzusetzen.
Dann kamen die einwöchigen Circuli minores. In diesen Gruppenarbeiten waren die Kurialen eifrig bestrebt, Unangenehmes unter den Tisch zu wischen (z.T. im Stil: Mit einer so frechen Forderung wollen Sie den Heiligen Vater bestimmt nicht beleidigen. Also weg damit.)
Dann gegen Ende sammelte man das Material, um es «vertrauensvoll dem Heiligen Vater zu unterbreiten». Der genannte Vater bastelte dann ein eigenes Dokument. Ein gar nicht aufmüpfiger Schweizer Bischof meinte mal dazu: «Es war eine andere Synode, die ich erlebt habe.» Zumal Johannes Paul II. sich erlaubte, zum Teil öfter sich selber als die Synode zu zitieren.
Kurz: Das Ganze war weitgehend eine Alibi-Übung; jedenfalls ganz anders, als das Konzil es sich vorgestellt hatte.
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