Ökumene: Alle werden «evangelischer» und «katholischer»
«Die Ökumene gedeiht nur dann, wenn wir auf beiden Seiten im besten Sinne des Wortes evangelischer werden. Dann werden wir auf beiden Seiten auch im besten Sinne katholischer.» Dieses Zitat von Eberhard Jüngel bringt Dorothea Kühl-Martini in ihrem Buch «Beffchen, Weihrauch & Visionen».
Sie bemerkt dann aber, dass die Konfessionen unter mangelnder Identifikation leiden: «Solange evangelische Christen aus ihrer Kirche austreten weil ihnen der Papst nicht passt, muss man sich fragen, ob wir uns unserer bisherigen Identität überhaupt genügend bewusst sind, um in ein fruchtbares Gespräch eintreten zu können.»
Dann auf der gleichen Seite noch ein anderer bemerkenswerter Gedanke: «Neigt der evangelische Christ, wie seine Kirche, eher zur Anpassung an die Moderne in Sprache und Verhaltensweise? War es in den Siebzigerjahren die Sprache der Soziologie und der Psychologie, die für viele fast zur kirchlichen Zweitsprache wurde, so ist es heute die Sprache der Betriebswirtschaft. Englisch hat Latein in Kirchenkreisen längst abgelöst: Statt ‹sola gratia› wird ‹lean management›, ‹corporate identitiy› und ‹social marketing› gefordert.»
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