Walter Ludin

Laientheologen oder «viri privati»

«… Schliesslich gehört es zum Heilsdienst der Laien, dass einige von ihnen beim Mangel an geweihten Amtsträgern oder bei deren Verhinderung unter einem Verfolgungsregime nach Möglichkeit gewisse heilige Aufgaben stellvertretend erfüllen.» (Lumen Gentium 35.4)
Johannes Paul II. aber (und viele andere) warnten vor einer Klerikalisierung der Laien – gerade auch auf seiner Schweizer Reise. Kürzlich kamen ähnliche Töne aus Chur. Dass man dort so denkt, ist folgerichtig. Denn in den Augen der Churer Herren gibt es keinen Priestermangel.
Man kann das erwähnte Zitat auch anders lesen: Schon 1987 hat Alexandre Ganoczy, Dogmatiker in Würzburg und am Institut Catholique de Paris aufgrund dieses Textes die Weihe von viri probati gefordert.
Eine Erinnerung: Ein bekanntes Mitglied der Synode 72 sprach  über die «viri privati, äh, ich meine selbstverständlich die – viri privati».

7. Mai 2013 | 01:43
von Walter Ludin
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