Walter Ludin

Nach dem 10. Todestag von Dorothee Sölle

Am Samstag war der 10. Todestag von Dorothee Sölle. Sie hätte es verdient, aus diesem Anlass in den Medien ausführlicher gewürdigt zu werden. So dokumentieren wir hier den Anfang eines der wenigen Artikel, die in den letzten Tagen über sie erschienen sind. Von Stephan Cezanne im EPD:

 Sie verknüpfte Spiritualität mit politischem Engagement: Die evangelische Theologin Dorothee Sölle warb für einen «sichtbaren Glauben», der mit allen Sinnen erfahren werden kann. Doch ihrer Kirche war sie zeitlebens ein Dorn im Auge. Dorothee Sölle (1929-2003) war eine zierliche, aber energiegeladene Frau. Und eine streitbare Theologin. «Sie hat den Glauben in eine Sprache übersetzt, aus der das tötende Dogma verbannt ist» – rühmte sie der Wittenberger Theologe und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer. Ein weiteres Lebensthema Sölles war «Gottes Vorliebe für die Armen». Sie galt als eine der führenden europäischen Befreiungstheologinnen. Vor zehn Jahren, am 27. April 2003, starb die «moderne Mystikerin».   Feministische Theologin Zeitlebens hatte sie auch eine Abneigung gegen die vor allem von Männern geprägte Kreuzestheologie. Sölle und andere feministische Theologinnen sehen im Kruzifix ein Symbol für männliche Brutalität und Todesverherrlichung. «Gott wird in die Schuhe geschoben, auf Blut zu stehen», schrieb Sölle. Es ist aber nicht Gott, der dafür sorgt, dass gefoltert wird, wie Sölle betont. Gott habe vielmehr eine besondere Vorliebe für die Benachteiligten. Das Kreuz symbolisiere zweierlei: das Leiden der Schwachen und die Option Gottes für die Ärmsten. Bei einem heftig umstrittenen ökumenischen Abendmahl am Rande des 94. Deutschen Katholikentags im Jahr 2000 in Hamburg erklärte sie in ihrer Predigt, die Kirchentrennungen des 16. Jahrhunderts dürften heute nicht mehr gelten. Die Christen sehnten sich zunehmend nach sinnlich wahrnehmbaren Zeichen ihres Glaubens. Die konfessionellen Unterschiede interessierten nur noch wenige Gläubige. So weit der EPD. —————————————
Es ist offensichtlich, dass heute schon viele, auch katholische Theologen betr. Kreuzestheologie ähnlich denken wie Sölle. Dazu gehört übrigens auch die Theologin Li Hangartner, die Partnerin von Fulbert Steffensky, mit dem Dorothee verheiratet war. Li und Fulbert leben heute in Luzern.

2. Mai 2013 | 01:54
von Walter Ludin
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