Israel-Palästina – Letztes Zitat von Marlène Schnieper
Hier nochmals ein Zitat aus ihrem Nakba-Buch:
Israel sei reich an Intellektuellen und kritischen Journalisten. Ein Beispiel sie die Forschergruppe um Daniel Ba-Tal. Der Sozialpsychologe meint, den jüdischen Israeli gehe es wie allen Nationen: «Der Rivale wird dehumanisiert, die eigene Geschichte glorifiziert, Selbstgerechtigkeit paart sich mit Unempfindlichkeit gegenüber dem Schmerz und den tief liegenden Ängsten der Gegenseite.» (S.330)
Darf ich hier nochmals meine Rezension des Buches meiner Schulkollegin anfügen:
Marlène Schnieper: Nakba – die offene Wunde. Die Vertreibung der Palästinenser 1948 und ihre Folgen. Rotpunktverlag 2012. ISBN 978-3-85869-444-7. 381 S., ca. Fr. 36
Mit der Gründung des Staates Israel sind vor allem zwei Mythen verbunden; jener vom Land ohne Volk (Palästina) für ein Volk ohne Land (Juden). Und der Mythos, die Palästinenser – die es dennoch gegeben hat! – hätten ihre Heimat bei der Staatengründung im Jahr 1948 freiwillig verlassen. Die Nahostkorrespondentin Marlène Schnieper räumt mit beiden Vorstellungen gründlich auf. In zahlreichen einfühlsamen Gesprächen mit Nachkommen der vielen Hunderttausend Palästinensern, die zum grossen Teil mit brutalster Gewalt in Form von Massakern aus Hunderten von Dörfern vertrieben wurden, lässt sie das Ausmass der Katastrophe (arabisch Nakba) des palästinensischen Volkes erahnen. Aufgrund von zahlreichen historischen Darstellungen zeigt sie die Hintergründe auf.
Man mag dem leicht lesbaren Buch «Einseitigkeit» vorwerfen. Es ist aber eine dringend notwendige Ergänzung zur israelischen Sicht, die über Jahrzehnte unser Bild des unheiligen «Heiligen Landes» geprägt hat.
Alle meine Zitate daraus sind hier im Blog durch die Archivsuche «Schnieper» zu finden.
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