Schläge wegen Warnungen ...
… zu Beginn des PontifikatesKaum einmal habe ich so wuchtige «Schläge» bekommen wie damals, als ich zu Beginn des Pontifikates von Benedikt XVI. in einer Glosse geschrieben habe, meine Erwartungen an den neuen Papst seien gering. Ratzinger könne sich kaum ändern – ein lieber Mitbruder Walbert Bühlmann aber sprach damals immer wieder vom Ratzinger 3 (Ratzinger 1, der progressive Professor; Ratzinger 2, der kompromisslose Präfekt der Glaubenskongregation; Ratzinger 3 der zur Offenheit gegenüber der Weltkirche Bekehrte).Nach seinem harten Kurs in der Glaubenskongregation könne ich mir nicht vorstellen, dass er ein Pontifex/Brückenbauer sein werde.Das Entsetzen über meine Einschätzung war gross. Doch bald folgte die Enttäuschungen vieler, die mir widersprochen hatten. Ein lieber priesterlicher Mitbruder zum Beispiel schrieb mir nach etwa drei Jahren, er neige immer mehr zu meiner damaligen Einschätzung. Als er 90 wurde und ich ihm gratuliert hatte, meinte er in seiner Antwort: «Lieber Walter, du hast leider vollständig Recht gehabt.»Prinzipiell: Wer vor einem Unheil warnt (ich brauche hier nicht den vollmundigen Ausdruck Prophet) leidet in Zukunft immer: Wenn seine Einschätzungen eintreffen, leidet er mit den andern Betroffenen. Wenn es nicht so schlimm wird, wird er wegen seiner Fehleinschätzung gescholten … Es wäre mir viel lieber gewesen, der 2. Fall wäre eingetroffen!!!!
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