Walter Ludin

Papstrücktritt verlangen

Massive SchelteJe länger wir über den Papstrücktritt nachdenken, umso mehr seltsame Dinge kommen zum Vorschein. So in einem Artikel von Xaver Pfister, Basel: Der Unterschied könnte nicht grösser sein zwischen der Rücktrittserklärung des introvertierten Joseph Ratzinger und dem auf offener Bühne zelebrierten Leiden und Sterben von Karol Jozef Wojtyla. In der Leidenszeit Johannes Paul II. habe ich zusammen mit etwa vierzig Kolleginnen und Kollegen dem Papst eine Aufforderung zum Rücktritt zugesandt. Wir machten ihn darauf aufmerksam, dass ein Vakuum entstand, in dem die Kurie sehr selbstständig agierte. Damals erhielten wir massivste Schelte. Bischof Koch entschuldigte sich für den Brief aus dem Bistum Basel. Einigen wurde der Rücktritt nahe gelegt. Nur acht Jahre später wird unsere Bitte zur Realität. Die Mühlen der Kirche können offenbar auch rasch mahlen. Es ist erstaunlich wie einige, die uns damals gescholten haben, Papst Benedikt Respekt und Weisheit zusprechen.
So können sich die Perspektiven ändern.

19. Februar 2013 | 01:04
von Walter Ludin
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