Walter Ludin

Grusswort der Pfarrei-Initiative

«Wir stehen Jesus näher»Aus dem Grusswort von Monika Schmid anlässlich der Churer Wallfahrt der Pfarrei-Initiative: (Volltext s. Hinweis im Blog von gestern!!)
Eines glauben wir zu wissen: Die Kirche ist ein bisschen näher bei den Menschen und steht treuer zur Verkündigung Jesu, wenn sie in ihrer Gemeinschaft auch jene aufnimmt, die durch die Zufälle der Geschichte in einer anderen Kirchengemeinschaft getauft wurden. Wir stehen Jesus näher, wenn wir Gottes Barmherzigkeit auch für jene Menschen erbitten und zum Ausdruck bringen, deren frühere Ehe gescheitert ist. Wir stehen Jesus und den Menschen näher, wenn wir auch jene in ihrer Würde voll anerkennen und aufnehmen, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften leben. Wir stehen Jesu Verkündigung näher, wenn wir uns sein Wort auch von Frauen und Männern deuten lassen, welche die theologischen und spirituellen Voraussetzungen dazu haben, auch ohne eine Weihe. Wir stehen Jesus und den Menschen näher, wenn wir Kranken die ermutigende Nähe Gottes zusprechen oder versöhnungsbereiten Menschen Zeichen des Heils vermitteln, ungeachtet unseres hierarchischen Status. Wir stehen Jesus und den Menschen näher, wenn die Orte, wo wir miteinander den Glauben feiern und leben überblickbar bleiben. Anonymität ist der Tod jeder Gemeinschaft. Wir stehen Jesus näher, wenn wir uns am Evangelium orientieren, als an einer von Menschen gemachten Rechtsstruktur. ——————————Alles klar? Oder doch nicht? Wir dürfen doch das Evangelium nicht allzu ernst nehmen. Denn am Rande der Wallfahrt belehrte mich Bischofssprecher Gracia wie hier bereits erwähnt, dass sola scriptura/nur die Schrift ein protestantisches Prinzip es. Ja, ich habe es schon vor 40 Jahren gelernt: Es gibt auch die Tradition. Für Piusbrüder zum Bespiel ist es die Tradition des Konzils von Trient ….Und auch das noch: Vor etwa 25 Jahren warnte uns am Rande einer Bischofssynode der damalige dt. Weihbischof Paul Cordes, uns allzu sehr auf Jesus zu berufen. Jeder nehme aus dem Evangelium, was ihm passt. Kann ja sein. Aber viele Dinge kann keine Geiss aus dem Evangelium wegschlecken.

16. Januar 2013 | 01:01
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!