4, Advent:
Zeiten-Wende statt Weltuntergang(Nach der Feststellung, dass der vergangene Freitag für die Mayas nicht Weltuntergang, sondern den Beginn einer neuen Zeit bedeutete:)Es trifft sich ausgezeichnet, dass die Zeiten-Wende der Mayas mit unserem christlichen Advent zusammenfällt. Advent meint ja nicht bloss vorweihnachtliche Einkaufszeit. Advent ist die Zeit des Wartens und der Hoffnung: der Hoffnung auf den Erlöser und die neue Welt Gottes,eine Welt des Friedens, der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit.Warten und Hoffen: Erlauben Sie mir, dazu zwei Fremdwörter zu erklären:1. Das erste heisst «Apokalypse». Es wurde gerade im Zusammenhang mit den Spekulationen um den Weltuntergang gebraucht. Gestern war auf den Monitoren der Luzerner Verkehrsbetriebe der HInweis zu lesen, dass «die Apokalypse nicht eingetreten sei». Als ob dies nicht alle schon bemerkt hätten ….. Heute verstehen wir darunter die totale Zerstörung. Bei den Juden in der Zeit Jesu und kurz vorher und dann auch bei Johannes in der Geheimen Offenbarung war die apokalyptische Stossrichtung ganz anders. Es war die Zeit der brutalen Unterdrückung durch fremde Völker: etwa der Römer. Zwar ging es auch um Zerstörung: Die Christen erhofften den den Untergang des römischen Reiches, das sie verfolgte. Aber auch hier: nicht das Ende ist das Entscheidende, sondern das zukünftige Neue, welches das böse Gegenwärtige ersetzen wird.2. Das zweite Fremdwort heisst Utopie: gemeint ist das Land, das noch nirgends auf der Weltkarte zu finden ist, das aber sich auf dem Weg zu uns befindet. Der jüdische Philosoph Ernst Bloch hat in seinem Standardwerk «Das Prinzip Hoffnung» auf fast 1100 Seiten Beispiele dafür zusammengetragen.Bevor ich Ihnen selber einige ganz konkrete Beispiele aus unserer Zeit erzähle, muss ich Sie um zwei Minuten konzentriertes Zuhören bitten, da ich aus Blochs Einleitung Ihnen einige klärende Sätze vorlege:»«¢ Blochs Grundüberzeugung tönt recht abstrakt, hat aber eine grosse praktische Bedeutung, nämlich: Das Sein/, das was ist, ist nicht fertig/unveränderlich/abgeschlossen. Im Bestehenden schlummert das Noch-nicht-Sein; das, was sein kann und sein wird.»«¢ Darum: Es kommt darauf ein, ins Hoffen verliebt zu sein und nicht ins Scheitern.»«¢ Die Folgerung: Der Hoffende nimmt und lässt die Dinge nicht so, wie sie sind; sondern wie sie sein können.»«¢ Ein letzter Satz von Bloch: Unsere Aufgabe ist es, «uns ins Werdende tätig hineinzuwerfen.»
«Uns ins Werdende tätig hineinzuwerfen»: Bevor ich konkreter werde, nur noch zwei Feststellungen dazu: «»¢ Überall steckt in unserer Welt der Samen des Möglichen/des Bessern. Wir sind eingeladen, ihn zu begiessen.»«¢ Oder anders gesehen: Die Welt geht schwanger mit Neuem, Erfreulichem. An uns ist es, GeburtshelferInnen zu werden.(Ein konkretes Beispiel – fast ein modernes Weihnachtsmärchen werde ich hier im Blog in meiner Heilig-Abend-Predigt erzählen!)Stans: St. Klara 9.30; Pflegeheim 10.40
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