Konzilsblogteam

Wie lange sollen die Debatten dauern?

Die Debatte über das Liturgieschema – und damit die erste inhaltliche Diskussion der Konzilsväter – begann am 22. Oktober und endete mit dem 13. November 1962. In den ersten der insgesamt 15 Generalversammlungen wurden die Kapitel I (Allgemeine Grundsätze) und II (Die Eucharistie) des Schemas De sacra liturgia ausführlich behandelt. Wortmeldungen auf Wortmeldungen wurden verzeichnet. Die Statistik wird am Ende dieser ersten Liturgiedebatte 328 mündliche Interventionen von 253 Konzilsvätern und 297 schriftliche Interventionen notieren. Zu viel für nicht wenige Konzilsväter. Immer deutlicher zeigte sich, dass es verschiedene Väter vorzogen, sich in den Kaffeestationen auszutauschen, als den ermüdenden Diskussionen mit den sich wiederholenden Argumenten zu folgen. Es wurde immer deutlicher, dass das Konzil nicht so viel Zeit auf ein Dokument verwenden konnte.
Am 6. November 1962 erteilte Johannes XXIII. dem Präsidium die Vollmacht, der Generalversammlung vorzuschlagen, eine Diskussion zu Ende zu bringen, wenn es die Angelegenheit für genügend behandelt sah (AS 1/2,159-161). Dieses Signal des Papstes wirkte wie ein Ventil: Die Mitteilung des Papstes traf um 10 Uhr ein und die Debatte über die Eucharistie wurde umgehend beendet (A 2,157). Für die Diskussion über das relativ lange Kapitel III (Sakramente und Sakramentalien) waren nur der 6. und 7. November notwendig, ohne dass das Präsidium eine Beendigung vorschlagen musste (A 2,134).(Birgit Jeggle-Merz)

6. November 2012 | 00:03
von Konzilsblogteam
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