Walter Ludin

Zuger Rohstoff-Riese Glencore ...

… wenig Interesse an Menschenrechten«Das Beispiel der Glencore-Mine in der Demokratischen Republik Kongo zeigt dass Glencore die Durchsetzung der Menschenrechte immer noch nicht als Teil seiner Verantwortung sieht, sondern mit Almosen verwechselt.»Dies schreibt das Fastenopfer in seiner neuesten Medienmitteilung. Und bringt eindrückliche Zahlen über den Konzern, der im KANTON ZUG seinen offiziellen Sitz hat: Für die DR Kongo beziffert Glencore in ihrem Nachhaltigkeitsbericht die «sozialen Investitionen» auf 16,7 Millionen Dollar (rund 15,5 Mio. Fr.). Zum Vergleich: 2011 hat der weltweit führende Rohstoffkonzern (mit der kürzlich übernommenen Xstrata) einen Umsatz von 220 Milliarden Dollar (204 Mrd. Fr.) und einen Betriebsgewinn von 18 Milliarden Dollar (16,7 Mrd. Fr.) erwirtschaftet. Ein Teil der in der DR Kongo als «soziale Investitionen geförderten Projekte seien zudem normale wirtschaftliche Investitionen. So wurden gemeinsam mit dem lokalen Elektrizitätswerk die benötigte Stromversorgung ausgebaut oder Strassen verbessert. Beides diene vorwiegend der Bergbauaktivität von Glencore. Es ist deshalb billig, diese Investitionen als soziale Errungenschaften für die Menschen rund um die Mine zu «verkaufen».
Der Konzern «spart» auch Hunderte von Millionen an Steuern: Zugleich verheimlicht Glencore die Praxis der Steueroptimierung dank verschachtelter Strukturen und Tochterfirmen in Steuerparadiesen. Laut Bericht wurden afrikanischen Regierungen 72 Millionen Dollar (67 Mio. Fr.) Steuern bezahlt, nach 89 Millionen (83 Mio. Fr.) 2010. «Unsere Recherchen zeigen aber, dass Glencore allein in den Jahren 2010 und 2011 dem Kongo durch «legale» Steueroptimierung zwischen 123 und 196 Millionen US-Dollar vorenthalten hat.»
Sehr lesenswerter Volltext der Caritas-Meldung (mit Hintergrundmaterialien)www.fastenopfer.ch/bergbau

29. November 2012 | 01:34
von Walter Ludin
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