Walter Ludin

Israel-Palästina:

Was vor der Staatsgründung geschahDie arabischen Armeen bekriegen den soeben gegründeten Staat Israel. Im Laufe des Krieges gibt es auch unter den Palästinensern bedauerlicherweise Opfer. Manche fliehen, weil die Araber sie über Radio dazu auffordern. –So lautet ein vielfach verbreitete und geglaubte Version der Geschichte. Marlène Schnieper bringt in ihrem Nakba-Buch andere Fakten:
«Bis zum 14. Mai 1948, dem Datum der israelischen Staatsgründung, hatten zwischen 300 000 und 400 000 arabische Einwohner des Gebiets ihr Heim verlassen. Die Mehrzahl war nach Attacken zionistischer Milizen geflohen, weil ihnen die gewaltsame Vertreibung angedroht wurde ….» 213 Orte oder Ortsteile wurden von ihrer arabischen Bevölkerung «befreit». Das alles geschah bevor eine reguläre arabische Armee das Gebiet betreten hatte.
Ausserdem: Im Juni 48 postulierte Ben Gurion: «Die Entwurzelung der Araber sollte als Lösung der arabischen Frage betrachtet werden.» (S. 183 f) Ich denke: Offenbar wurde der letzte Satz nicht vergessen. Wie anders kann man die Schikanen gegen die Palästinenser verstehen (Stopp von Krankenwagen mit Hochschwangeren usw.)

27. September 2012 | 01:58
von Walter Ludin
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