Taufe von Sophia G.
Jeder Mensch ist wertvoll(Ich habe heute Vormittag Sophia getauft. Bei der Taufvorbereitung entdeckten wir übrigens, dass eine seiner Grossmütter ein Klassenkameradin von der Primarschule ist. Kleine Welt ….). Hier meine Kurzansprache:
Wir wollen kurz darüber nachdenken, was die Taufe bedeutet ist. Die Taufe ist erstens ein Fest des Lebens/Fest, an dem wir Gott danken für ein neues Leben: «Jedes Kind ist der Beweis, dass Gott die Welt nicht aufgegeben hat.»Als zweites bedeutet die Taufe die Aufnahme eines Kindes in die Kirche. Ich weiss nur allzu gut, dass dieser Punkt heute sehr problematisch ist. Denn die Kirche, vor allem die katholische, hat ein sehr schlechtes Image. Ich möchte jetzt nicht mit der Bibel in der Hand darauf eingehen. Doch ich zitiere einen berühmten Liedermacher: Mani Matter mit seinem berndeutschen Lied: «Me hei e Verein.» Es gibt eine Strophe, die ganz gut auf die Kirche passt. Mani Matter singt, er habe oft Mühe mit seinem Verein. Aber er fügt hinzu:Und de dänken i albe de doch wider: lueS’ghört dä und dise ja ou no derzueUnd de ghören i doch wider gärn derzueUnd i sta derzueIch wünsche der Sophia, dass sie in ihrem Leben in der Kirche immer wieder Menschen antrifft, die ihr helfen, gerne in der Kirche zu sein.Ich zitiere nur noch einen alten Freund, den ehemaligen Freiburger Theologie-Professoren Leo Karrer. Er gesteht, unheilbar katholisch zu sein. Denn in der Kirche gäbe es nicht nur Wunden, sondern auch Wunder.Eines dieser Wunder ist die Botschaft Jesu. Ich könnte jetzt stundenlang darüber reden. Nur eines: Jesus hat gezeigt, dass jeder Mensch vor Gott wertvoll ist: nicht nur der brave, der tüchtige, der leistungsfähige. Jesus hat alle akzeptiert, so wie sie sind. Der deutsche Dichter und Pfarrer Lothar Zenetti hat darum den Reim verfasst: «Dem ärmsten Hund, dem verlassensten Luder wurde er Bruder.» Vor Gott gilt nicht: Haste was, biste was. Nein, Jeder Mensch hat seinen Wert und seine Würde.Dies ist für uns eine frohe, frohmachende Botschaft, vor allem in Stunden, in denen wir schwach sind. Solche Stunden bleiben keinem Menschen erspart, sicher auch nicht Sophia. Wir wünschen ihr, dass sie auch dann den Mut nicht verliert, weil sie weiss/weil sie spürt: Gott sagt auch jetzt Ja zu mir.
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