Zulehner (II.)
Zahlenmäßiger RückgangNochmals Paul M.: Ich weigere mich, das Wort Krise für die Kirchen zu verwenden. Die sind in einer Transformation, erleben einen Umbau. Es ist ein Riesenfehler, rückwärts gewandte Benchmarks zu setzen und zu sagen: «Jetzt haben wir nur noch.» Woran misst man dieses «nur noch»? Man misst es an der Konstantinischen Ära, als das Christentum Staatsreligion war, und meint, es müssten 100 Prozent sein und es gehe ständig bergab. Ich könnte auch sagen: Welch ein Wunder, 19 Prozent der Katholiken, 750.000, gehen am Sonntag in Österreich in die Kirche. Die aufgenötigte Kirchenmitgliedschaft ist passé. Wir haben keine Volkskirche mehr, sondern eine Kirche im Volk. Der biblische Normalfall ist: Salz der Erde und Licht der Welt, aber nicht, dass Salz und Suppe identisch sind.—————————————————————————————————Diese Worte erinnern mich an Abt Martin Werlen von Einsiedeln. Martin reagiert ungehalten, wenn er gefragt wird «wie viele Mönche seid ihr noch?» Dieses «noch» ärgert ihn, weil es nach Abbruch/Untergang tönt.
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