Praktisch oder symbolisch?
Am 10. Oktober 1962 trafen sich nachmittags um 16h30 die melkitischen Bischöfe. Das Treffen war geprägt von organisatorischen Fragen. So vereinbarten die Bischöfe etwa, zu anderen Konzilsteilnehmern Kontakt aufzunehmen. Wie Erzbischof Neophytos Edelby (1920–1995) in seinem Tagebuch berichtet, schenkten die Bischöfe besondere Aufmerksamkeit der Frage der liturgischen Kleidung während der Eröffnungsfeier. Während viele Bischöfe zunächst in voller Amtskleidung teilzunehmen wünschten, setzte sich in der Diskussion die Meinung durch, dass dies angesichts der zu erwartenden fünfstündigen Dauer der Zeremonie wenig praktisch sei. Die Bischöfe einigten sich schliesslich darauf, auf das Tragen der Krone zu verzichten (Edelby, Souvenirs du Concile Vatican II, 53). Fragen dieser Art sind, wie im Vorfeld des Treffens vom 10. Oktober die vorbereitenden Aktivitäten der Melkiten um Patriarch Maximos IV. Sayegh zeigen, ekklesiologischer Natur und betreffen die Theologie und Praxis des Bischofsamtes der katholischen Ostkirchen in ihrem Verhältnis zu den römisch-katholischen, aber auch orthodoxen Bischöfen. Eine ähnliche Verbindung von praktischer und symbolischer Dimension beinhaltete u.a. auch die Frage der Sitzordnung der Patriarchen und der Kardinäle (vgl Blog-Eintrag von gestern) bzw. der Verhandlungssprache (vgl. Blog-Eintrag vom 29.9.2012).(Michael Quisinsky; vgl. Andrea Riccardi: Die turbulente Eröffnung der Arbeiten. In: A 2, 1-81, 7f.58f)
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