Steinzeitliche vatikanische ...
…FührungsmethodenMan stelle sich: Der Schweizer Bundespräsident oder die dt. Bundeskanzlerin rufen ihr Kabinett zwei Mal im Jahr zu unverbindlichen Gesprächen zusammen. Dazwischen werkelt jeder Bundesrat/Minister allein für sich dahin. Entschieden aber wird letztlich vom Präsidenten/der Kanzlerin. So geht es im Vatikan zu und her:
Hermann Häring, emeritierter Univ. Prof. für Wissenschaftstheorie und Theologie,– siehe sein Buch «Wohin der Papst die Kirche führt». Er schildert in diesem Buch die Art und Weise der Kommunikation zwischen dem Papst und der Kurie. Wenn man die organisatorische Struktur großer Unternehmungen kennt, steigen einem bei der Lektüre die Haare zu Berge: Da gibt es keine verantwortlichen Führungs- oder Beratungsgremien, wo Probleme ausführlich erörtert und letztlich gemeinsam entschieden werden, sondern: der oberste Chef einer Kongregation erhält einmal «alle heiligen Zeiten» die Gelegenheit zu einem «allerhöchsten» Gespräch im Rahmen einer persönlichen Privataudienz beim «heiligen» Vater, wo er ihm Probleme seines Ressorts vortragen darf. Die Entscheidung über die Probleme trifft der Papst alleine und ad hoc. Vorbild: Pius XII, der bei einer Kardinalsbesprechung von einem Teilnehmer gefragt wurde, ob er ihm einen Rat geben dürfe. Pius: «Sie wollen mir einen Rat geben?» – sprang auf und haute die Tür hinter sich zu. ————————————————————————————————————————————-Noch andere Beispiele:-Ich weiss nicht, ob es noch so ist. Aber sicher bis vor wenigen Jahren konnten die Mitglieder/Berater in den Vollversammlungen der vatikanischen Dikasterien der Reihe nach das Wort ergreifen. Sie wurden abgefragt wie kleine Schüler. Spontane Diskussion gab es nicht.-Das gleiche an den (fast ein Dutzend) Bischofssynoden, die ich als Journalist verfolgt habe. Die ersten zwei Wochen waren dazu da, um Voten abzulesen, die zuhause vorbereitet wurden. Ein Kollege meinte: «Man stelle sich vor, die BMW würde ihre weltweiten Managertreffen nach diesem Schema durchführen.
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