Walter Ludin

Was geschah 1948 wirklich ...

… im «Heiligen Land»?Marlène Schnieper: Nakba – die offene Wunde. Die Vertreibung der Palästinenser 1948 und ihre Folgen. Rotpunktverlag 2012. ISBN 978-3-85869-444-7. 381 S., ca. Fr. 36Mit der Gründung des Staates Israel sind vor allem zwei Mythen verbunden; jener vom Land ohne Volk (Palästina) für ein Volk ohne Land (Juden). Und der Mythos, die Palästinenser – die es dennoch gegeben hat! – hätten ihre Heimat bei der Staatengründung im Jahr 1948 freiwillig verlassen. Die Nahostkorrespondentin Marlène Schnieper räumt mit beiden Vorstellungen gründlich auf. In zahlreichen einfühlsamen Gesprächen mit Nachkommen der vielen Hunderttausend Palästinensern, die zum grossen Teil mit brutalster Gewalt in Form von Massakern aus Hunderten von Dörfern vertrieben wurden, lässt sie das Ausmass der Katastrophe (arabisch Nakba) des palästinensischen Volkes erahnen. Aufgrund von zahlreichen historischen Darstellungen zeigt sie die Hintergründe auf.Man mag dem leicht lesbaren Buch «Einseitigkeit» vorwerfen. Es ist aber eine dringend notwendige Ergänzung zur israelischen Sicht, die über Jahrzehnte unser Bild des unheiligen «Heiligen Landes» geprägt hat.——————Ich werde im Verlaufe der nächsten Wochen einige kurze Stellen aus dem Buch zitieren. Übrigens: Die Autorin besuchte mit mir Ende der 1950er/Anfang der 1960er-Jahre in Sursee die gleiche Mittelschule. Sie war unter etwa 100 Schülern eine der zwei oder drei Schülerinnen …. Etwa 30 Jahre später trafen wir uns wieder anlässlich einer Journalisten-Party im Luzerner Romerohaus.

20. März 2012 | 01:29
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!