Walter Ludin

Konzil

«Noch nicht ausgeschöpftDer Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück (früher Assistenz-Professor in Luzern) an einer Tagung über das Konzil (nach einem Bericht von kathweb.at:In einem Durchgang durch die wichtigsten Dokumente und Konzilsbeschlüsse verdeutlichte Tück diese bleibende Aktualität. So unterstreicht er etwa, dass das im Konzil aufgegriffene Motiv des gemeinsamen Priestertums aller Getauften «bis heute noch nicht ausgeschöpft» sei; ähnliches gelte für die im Konzil festgehaltene Kollegialität der Bischöfe. Zwar werde im Dokument «Lumen gentium» die Lehre vom päpstlichen Primat bestätigt, doch dieser zugleich ein «Communio»-Verständnis zur Seite gestellt und so «ein allzu starker Zentralismus ausbalanciert».Zugleich erinnerte Tück daran, dass das Konzil nicht zu einem solchen Markstein geworden wäre, wenn die Bischöfe damals nicht aufgestanden wären und sich gegen das ursprüngliche Vorhaben der Kurie gewendet hätten, vorbereitete Papiere «einfach nur abzunicken». Von diesem Mut und Kollegialitätsverständnis könnten Bischöfe auch heute noch etwas lernen, so Tück – nicht zuletzt in der pastoralen Arbeit und dem selbstbewussten Beschreiten neuer Wege, etwa beim Thema wiederverheiratete Geschiedene.
——————————————————————————————————————Könnten die Bischöfe dies heute noch wagen? Nachdem sie einen Treueeid auf den Papst abgelegt haben?

22. Januar 2012 | 01:09
von Walter Ludin
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