Wozu sind wir berufen?
«Ein hörendes Herz»In der 1. Lesung – Berufung des jungen Samuel – und im Evangelium geht es um Berufungen. Für mich ist die Versuchung gross, jetzt eine Art Werbespot zu produzieren für kirchliche Berufe: die Einladung Priester, Ordensmann/Ordensfrau oder konkret Kapuziner zu werden. Doch vom Alter her sitzt hier weitgehend nicht das richtige Zielpublikum.Früher stand die Werbung für kirchliche Berufe unter dem Motto, das der Titel eines berühmten Filmes gab: Gott braucht Menschen. Ich denke, dieser Satz ist doppeldeutig:1. Bedeutet sicher auch, dass Gott Menschen braucht, die Priester/Laientheologe oder Ordens-Christ sind.2. Gott braucht ebenso Menschen, die im Alltag als sogenannte Laien/Laiinnen sich menschlich verhalten; die durch ihre Liebe/Güte/Barmherzigkeit Zeugnis ablegen von Gottes Liebe/Güte/Barmherzigkeit.Unser Bischof Felix Gmür schreibt in seinem Hirtenwort zum heutigen Tag von der Berufung, ein hörendes Herz zu haben. Der Bischof schreibt vor allem, dass wir auf Gott hören sollen.Doch: Wir sind auch eingeladen, aufeinander zu hören – und vielleicht gerade dadurch Gottes Stimme zu vernehmen.Und ich behaupte: Dies können viele von uns oft nicht, dem Mitmenschen zuzuhören. Als ich heute mit einer Bekannten darüber redete, sagte sie:»Nach meinen Suizid-Versuch haben der Arzt/mein Mann irgendwelche Sprüche gemacht. Niemand hat gefragt, warum ich mich umbringen wollte.» Sicher ein drastisches Beispiel! Aber viele leiden darunter, dass sie keinem «hörenden Herzen» begegnen.(Gerliswil lU, Sa 17.30; So 10. 00 Uhr)
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