Konzilsblogteam

Nichtkatholische Beobachter

Fast gleichzeitig mit der Geschäftsordnung, welche die Regeln auch für die nichtkatholischen Beobachter festlegt, wird am 5. September 1962 die Liste mit deren Namen veröffentlicht. Noch ist diese Liste jedoch nicht vollständig.Die Einladung von Beobachtern war schon früh vorbereitet und eingeleitet worden (vgl. Blogeintrag vom 21. Juli 2012). In den Anfängen machte sich aber das Nebeneinander des Sekretariates für die Einheit der Christen und der Kommission für die orientalischen Kirchen negativ bemerkbar. Während das Sekretariat bald zahlreiche Kontakte zu den abendländischen Kirchen knüpfte, blieb die Kommission für die orientalischen Kirchen eher untätig. Dies löste bei den orthodoxen Kirchen Verärgerung aus, bis schliesslich dem Sekretariat die Zuständigkeit auch für die Orthodoxen übertragen wurde. Erst Anfang Oktober werden der am 5. September veröffentlichten Liste noch weitere Namen aus der Orthodoxie ergänzt werden können (vgl. Blogeintrag vom 4. Oktober 2012).Die Zahl der nichtkatholischen Gäste wird während des Konzils schwanken, hat aber insgesamt steigende Tendenz. Im offiziellen Verzeichnis der ersten Konzilssession stehen 54 Namen, davon 46 nichtkatholische Beobachter, welche von ihren Kirchen entsandt worden waren, sowie 8 Gäste, die persönlich eingeladen worden waren. Es sind u.a. Vertreter der orthodoxen Patriarchate, der nichtchalzedonensischen Orthodoxie, der anglikanischen Kirche, des Lutherischen Weltbundes (darunter Edmund Schlink), des Weltrates der Kongregationalistischen Kirchen wie des Presbyterianischen Weltbundes, des Weltrates der Methodisten und der altkatholischen Kirche, ebenso Repräsentanten des Weltkirchenrates, darunter Lukas Vischer. Zu den eingeladenen Gästen gehören aus Taizé Prior Roger Schutz sowie Max Thurian und der Exeget Oscar Cullmann. Ohne eine formelle Gruppe mit eigenen Strukturen zu bilden, gab es doch regelmässige Treffen untereinander wie auch gemeinsame Gottesdienste mit Gebet für das Konzil. Verschiedene Zeugnisse lassen erkennen, dass allein schon die Anwesenheit der Beobachter, darüber hinaus aber auch Begegnungen und Gespräche die Konzilsväter sehr bewegten.(emf; vgl. A 1,359-369.502f; A 2,213-218)

14. September 2012 | 06:00
von Konzilsblogteam
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